Eigentlich begann die Geschichte meiner Malaysia-Reise schon am Mittag des 01.08., als ich mit allen drüber sprach, dass ich ein wenig Sorge habe, dass einer meiner Flüge aus Deutschland (Berlin nach Düsseldorf oder Düsseldorf nach Abu Dhabi) wegen Gewitter verspätet sein könnte. Denn aus Erfahrung habe ich gelernt Flugzeuge und Gewitter vertragen sich nicht so und eine Verspätung hätte den Weiterflug nach Kuala Lumpur kompliziert werden lassen. Aber da es den Tag über schön war, fuhr ich mit weniger Sorgen mit Jörg nach Tegel zum Flughafen, um ab 17:00 Uhr auf meinen Flug gegen 19:00 Uhr nach Düsseldorf zu warten. 

Auf der Autofahrt diskutierte ich noch mit Jörg wie sehr bzw. wenig sinnvoll es ist für einen Inlandsflug zwei Stunden früher da zu sein und schon war die Fahrt vorbei und ich stand am Flughafen. Kaum hatte ich den richtigen Schalter zum Einchecken gefunden ereilte mich der Schrecken. Ein Blick aufs Handy teilte mir mit, dass mein schöner Flug nach Düsseldorf leider 45 Minuten Verspätung hat, damit der knappe Übergang von einer Stunde dort kaum mehr schaffbar. Also machte ich mich auf zum AirBerlin-Service-Schalter, wo ich junger sehr charmanter Herr Ewigkeiten damit beschäftigt war, was er denn nun mit meinem Flug macht. In der Zwischenzeit sammelten sich natürlich auch andere Passagiere mit dem gleichen Problem an, unter anderem drei junge Damen, die auch nach Kuala Lumpur wollten. Ich geriet recht schnell mit ihnen ins Gespräch und so waren wir längst eine eingeschweißte Vierergruppe als der liebe Herr vom Schalter uns mitteilte, dass er uns allesamt auf einen Flug früher umgebucht hat – statt 19:05 sollten wir nun also 18:15 in die Lüfte abheben. Und das erfuhren wir um 17:30 :O. Also schnell zum nächsten Schalter, Bordkarten ausdrucken lassen und Gepäck abgeben. Da natürlich schön vorgewunken worden, die Schlange vor, bzw. dann nach uns war riesig. Nach ein bisschen blablabla und ob wir zusammensitzen wollen den Rat vom Schalter wahrgenommen und zu A06 gesprintet. Völlig durchgeschwitzt also durch die Sicherheitskontrolle, schnell noch Wasserflasche auffüllen und dann durch’s schon laufende Boarding ins Flugzeug. Zusammengesessen haben wir dann doch nur auf der Strecke von Düsseldorf nach Abu Dhabi und das auch nur, weil wir uns ganz dreist umgesetzt haben. Lustiger Weise hatten die drei Mädels ihre Boardingkarte nur bis Abu Dhabi bekommen, mit der Anweisung sich dort am Transfer-Schalter zu melden, während meine bis nach Kuala Lumpur durchgebucht war. Naja, Stress macht schon mal komische Sachen.

Auch völlig verspätet hoben wir dann nach Düsseldorf ab. In Düsseldorf angekommen bekam ich eine weitere Mail, dass unser ursprünglicher Flug noch mehr Verspätung aufgebaut hat, wir hätten es mit dem niemals nach Abu Dhabi geschafft. So ging es aber durch alle Kontrollen, dann gab es noch eine kurze Verschnaufpause und Snack und auf ging es in den Flieger in die Vereinigten Arabischen Emirate. 

Das Essen im Flieger war erstaunlich gut, ich hatte einen Fensterplatz, alle waren glücklich. Mit einem geschauten Film und mehr oder weniger Schlaf kamen wir also morgens um fünf in Abu Dhabi an. Dort hatten wir mal eben fünf Stunden Aufenthalt. Melanie, eine meiner Begleiterinnen hatte leider ihre Kamera im Flugzeug liegen lassen, was noch mal für ordentlich Stress und Anspannungen sorgte. Vermutlich wird diese jetzt in den nächsten Tagen per Luftpost nach Deutschland geschickt. 

Auch das mit den abzuholenden Tickets klappte nicht ganz so gut. Am Transfer-Schalte motzte man rum, dass das Flugzeug überfüllt sei und man doch sowas direkt beim Einchecken in seinem Land machen sollte; der Einwurf, dass das spontan umgebucht worden war und wir nichts dafür könnten beeindruckte wenig. Im Endeffekt rückten sie aber doch drei Tickets raus und wir zogen fröhlich weiter zur Wartehalle. Dort wurden dann die noch verbliebenen vier Stunden im Halbschlaf verbracht und ein wenig das WLAN genutzt. Dann ging es auch schon zum Einchecken Richtung Kuala Lumpur. Melanie, Julia und Patricia liefen durch, alles wunderbar. Bei meiner Karte piepte das Gerät mehrmals und ich dachte mir schon „oh nein, bitte nicht noch mehr“, als der Servicetyp mich kurz anblickte und nur fragte „willst du geupgrated werden?“ Ich meinte nur „Öh ja?“ und schon hatte ich ein neues Ticket – für die Business-Class. Die 1,5 Meter im Freien zum Bus waren grausam, in Abu Dhabi waren mittlerweile locker 40 Grad. Im Bus freuten wir uns jedoch alle über mein Upgrade und ich versprach ihnen in Kuala Lumpur Bericht zu erstatten. Dann verabschiedeten wir uns für den Flug.

Ich habe ganz viele Fotos gemacht und kann euch berichten: lasst euch nie auf so einen Deal ein. Die Flüge, die ihr danach tätigen wollt werden unglaublich teuer. Das Essen ist so gut, die Decken sind mega flauschig, die Bäder so sauber und die Sitze unglaublich bequem (sie haben sogar Massage-Funktion). Da ich sowohl auf dem vorherigen Flug als auch am Flughafen kaum geschlafen hatte kam mir die Liege-Einstellung wunderbar gelegen (höhö, gelegen) und ich machte einen wunderbaren Mittagsschlaf. Die Flauschedecke ist der Hammer. Und auch die Kopfhörer sind so bequem. Und die Stewardess stellt sich jedem persönlich vor. Und du kriegst so viel angeboten. Wer sagt schon zu Schokoeis nein? Also macht das bloß nie, es ist wie eine Droge, ihr werdet nicht mehr von loskommen. Selbst auf meinen Fensterplatz habe ich dafür verzichtet. 

Als wir in KL landeten, kam ich natürlich als eins der ersten raus, es war 22:40 Uhr. Dementsprechend lange wartete ich natürlich am Gepäckband und schaute Koffer für Koffer beim vorbeirollen zu. Von meinen Mädels keine Spur. Nach 50 Minuten tauchten sie dann auf, die meisten Koffer waren schon abgeholt und von unseren Rucksäcken leider noch keine Spur. Noch ein paar Minuten rumgestanden, dann kam eine Mitarbeiterin von Etihad auf uns zu, um uns mitzuteilen, dass unsere Rucksäcke gar nicht ins Flugzeug geladen wurden. Darüber hatten wir uns mittags noch lustig gemacht, dass das bestimmt passiert. Mit dieser super Info wurden wir also zum Serviceschalter geschickt. Dort trafen wir noch zwei Jungs, die auch schon seit Berlin mit uns geflogen waren, ihre Koffer fehlten auch. Stunden vergingen, in denen sich rausstellte, dass sie alle bei AirBnb gebucht hatten und vom selben Typen vom Flughafen abgeholt werden sollten. Ob unser Gepäck in Berlin, Düsseldorf oder Abu Dhabi ist konnte uns keiner sagen. Mittlerweile war es natürlich schon nach Mitternacht. Irgendwann gingen wir dann mit unseren Zettelchen, einer Telefonnummer und der Aussage unser Gepäck würde in unsere Hotels gebracht werden sobald es da ist aus dem Flughafen raus. Irgendwie schafften wir es den AirBnb-Fahrer zu überreden mich auch mitzunehmen, es war kurz vor eins und ich bin mir nicht so sicher ob da noch viel am Flughafen fuhr. 

60km weiter in Kuala Lumpur angekommen. Mädels abgesetzt, dann sind wir noch fünf Runden um den Block gefahren, weil mein Hostel gar nicht so leicht zu finden war. Kurz nach zwei checkte ich aber auch hier ein. Interessanter Weise muss man vor der Tür die Schuhe ausziehen, nur Socken sind erlaubt. Nun hoffe ich, dass morgen mein Rucksack ankommt, außer Zahnbürste, Ladekabel und aus dem Flugzeug geklaute Decke habe ich ja nicht viel dabei. 

Was ich bisher von der Stadt gesehen habe war interessant, ich bin noch nicht sicher, was ich davon halte. Dafür dass es mitten in der Nacht ist war unglaublich viel los, an jeder Ecke hatte ein Obststand offen und überall Leute. Mal schauen, wie es morgen bei Tag aussieht. Jetzt muss ich aber erst mal schlafen. War schließlich ein langer Tag. 

Gute Nacht 🙂

Liebe dieses Flugzeug
Businessclass-Sitze

1 Kommentar

John · 20. April 2021 um 0:43

Heeey! Ein neuer Blog!
Freut mich wieder von deinen Abenteuern lesen zu dürfen!

Was mich gerade zum Nachdenken bringt: Zum Zeitpunkt deiner Reise war die Airline der Herzen noch in der Luft! :O :O
Zwei Wochen nach deinem Hinflug eröffnete Air Berlin das Insolvenzverfahren. Nur 2 Monate später landete die letzte von Air Berlin geflogene Maschine. Kurz später verabschiedete sich Air Berlin das letzte mal mit „Tschüss, auf Wiedersehen und bye-bye“. Es sollte einer der einschneidensten und emotionalsten Ereignisse der deutschen Verkehrsgeschichte im vergangenen Jahrzehnt werden…

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