Heute war ein ereignisreicher Tag, ohne, dass wirklich viel passiert ist.

Es ist morgens, 05:45 Uhr, der Wecker klingelt. Wir haben keine Lust, doch unser Flugzeug hebt bald ab. Wir quälen uns also aus dem Bett. Am Flughafen angekommen geht alles viel schneller als gedacht und so haben wir noch einiges an Zeit bis zum Boarding. Am liebsten mag ich die Kiste mit den eingesammelten Gegenständen hinter dem Security Check, dort gibt es erstaunlich viele Messer zu bestaunen. Um uns die Zeit zu vertreiben esse ich ganz viele Ole Ole, meine neue Lieblingssüßigkeit. Es ist quasi Marshmallow ummantelt von Schokolade und erinnert mich stark an die Cadbury Fische. Irgendwann sitzen wir im Flugzeug und heben ab. Wir sehen kurz Cusco von oben, fliegen reguläre 50 Minuten plus 30 Minuten Verspätung wegen des Wetters und landen in Puerto Maldonado. Das ist mitten im Regenwald. Und stellt euch vor: wir steigen aus dem Flugzeug und es regnet. Irghs. Trotzdem ist es 31 Grad warm und damit irgendwie haaaalbwegs okay. Ein lustiges Motorrad-Taxi bringt uns ins Hotel. Die fahren hier alle herum, das Gepäck kommt hinten auf die Ladefläche. Ich schaffe es in dieser Zeit direkt mal drei Mückenstiche zu kassieren. Nach dem einchecken geht es zum frühstücken/Mittag essen. Als kleinen Snack voraus gibt es hier oft gerösteten Mais mit Salz, so auch dieses Mal. Mittagessen ist nicht schlecht. Im Anschluss laufen wir durch die Stadt, um eine Tour für morgen zu finden. Wird gebucht. Dann geht es zum Postamt. Ich habe in den letzten Tagen ein paar Postkarten geschrieben und versuche sie loszuwerden. Hier in Peru scheint es zwei verschiedene Versandwege zu geben. Den normalen für 12 Soles, unversichert und den versicherten für 22 Soles. Ich entscheide mich für den günstigeren (~2,70€) und bekomme mitgeteilt, dass die Postkarten so 70-90 Tage brauchen werden. Viel Spaß beim Warten. Als nächstes laufen wir zu einem Aussichtsturm und verschaffen uns einen Überblick über die Stadt. Sie ist größer als gedacht und in alle Richtungen sieht man am Horizont den Regenwald. Wir lassen das erst mal auf uns wirken und überlegen, was wir als nächstes tun wollen. Ich entscheide zum Friseur zu gehen. Mario lacht, weil ich null spanisch spreche und das nur eine Katastrophe werden kann. Ich tue es trotzdem. Kurze Zeit später bin ich ~2€ ärmer und meine Haare sehen top aus. Mario entscheidet sich nun auch seinen Bart schneiden zu lassen. Einen guten Nachmittag hatten wir. Auf die Freude gehen wir erst mal Saft trinken. Halbgefroren. Zwischendrin hatten wir auf irgendeinem Markt Coca-Blätter gekauft, die sind hier legal und wir sind neugierig wie sie schmecken. Sie überzeugen uns nicht. Als Höhepunkt des Tages probieren wir herauszufinden wo wir einen PCR-Test bekommen, hier gar nicht so einfach. Wir verzweifeln halb ind bekommen endlich eine gute Adresse im Hotel genannt. Für unseren Flug übermorgen brauchen wir den und so machen wir uns auf in die Clinica De Dios. Unspektakulär. Später suchen wir noch Streetfood zum Abendessen, Mario probiert Hühnerfüße, ich kenne die schon aus Asien und gebe mich mit einem normalen Fleischspieß zufrieden. Wir stellen fest, dass die in Asien anders sind. Dazu kaufe ich ein lustiges Getränk in einer Plastiktüte und laufe drei Minuten später frustriert zur Verkäuferin zurück um sie zu fragen, wie man es trinkt. Man beißt einfach eine Ecke ab.

Allgemein bin ich ja nun schon acht Tage hier und habe viel gelernt. Deswegen gibt es nun ein Best Of des Wissenswerten über Peru:

• Für den Preis von einem iPhone bekommt man hier zwei Alpaka – ich überlege seitdem ob ich mein gebrauchtes iPhone gegen ein Alpaka tauschen kann

• Ich kenne nun auch den Unterschied zwischen Lamas und Alpakas. Lamas sind größer und nicht so flauschig.

• Es gibt unendlich viele süße Straßenhunde und ein paar Straßenkatzen (deutlich in der Unterzahl)

• So gut wie keiner spricht hier englisch, ohne spanisch ist man aufgeschmissen. Ich habe deswegen drei Worte gelernt: Yo soy idiota = ich bin ein Idiot

• Die Leute hier sind arm. Also ich meine so richtig arm. Es ist hier total üblich, dass jemand dir einzelne Bonbons auf der Straße verkaufen möchte. Schon am ersten Tag trafen wir einen Herren, der uns ein Bonbon verkaufen wollte und uns dann aufs übelste beschimpfte, als wir es nicht haben wollten. Ansonsten sind die Menschen jedoch sehr freundlich hier

• Ein Haarschnitt ist hier günstiger als Postkarten nach Europa schicken. Bedenkt mal, was ihr mir wert seid, wenn ihr eine Postkarte bekommt 😛

• Nimm nie den ersten Preis an der dir genannt wird, hier ist es üblich zu Handeln. Klappt so ziemlich immer, außer an Busbahnhöfen und Flughäfen. Die sind einfach teuer. … und wenn dein Haarschnitt 10 Soles kostet handle auch nicht, das wäre dreist

• Kokain ist super günstig, das Gramm kostet drei US-Dollar. Trotzdem ist es, im Gegensatz zu Coca-Blättern, nicht legal. Diese kosten dafür so gut wie nichts (2 Sol für eine riesige Tüte)

• Es gibt viele peruanische Köstlichkeiten, Meerschweinchen & Alpaka waren bisher die interessantesten

• Peruaner lieben es vor Banken anzustehen. Naja, vielleicht lieben sie es auch nicht. Aber sie machen es andauernd. Vor jeder Bank ist eine unendlich lange Schlange

• Es fahren unnormal viele Käfer umher. Wer hat heutzutage noch so ein Auto?

• Vor Silvester gibt es hier überall unendlich viel gelben Kitsch zu kaufen. Größtenteils Unterwäsche, doch auch Hüte, Konfetti, T-Shirts und co. Angeblich bringt es Glück für das nächste Jahr diese an Silvester zu tragen

Ich hoffe ihr habt jetzt einen guten Überblick was ich so alles erlebe und wie spannend es hier ist; ich muss jetzt schlafen 🙂 Gute Nacht & bis morgen.

Kategorien: DramaLama

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