Nach einer wundervollen Nacht in unserem Ger (Zelt) starteten wir den Tag mit einer kleinen Wanderung. Das heißt wir fuhren erst mal kurz Auto, bis wir am Yoliin Am (Vulture Valley) waren. Der Nationalpark hier gehört zum östlichsten Teil des Altai Gebirges. Das Tal selber hat sogar noch im Sommer eine Eisschicht und so ließ ich es mir natürlich nicht nehmen mich beim wandern mal hinzupacken und habe jetzt einen zerschrammten Arm. Ansonsten war es allerdings eine sehr nette Wanderung, 3km in jede Richtung. Nach dieser ganzen Aufregung ging es erst mal Mittagessen und ich muss das mongolische Essen an dieser Stelle echt mal verteidigen. Ich habe sehr viel schlechtes davon gehört bevor ich her kam, doch bisher ist eigentlich alles ganz lecker gewesen. Klar, der Hammelgeschmack sticht schon sehr hervor, jedoch kombinieren sie ihn immer so, dass es ganz gut passt. Als wir wieder gestärkt waren, ging es los in Richtung Khongor Sanddünen, auch „Singing Dunes“ genannt. Dafür fuhren wir ewig durch die weite Landschaft der Mongolei, von der Steppe zur Wüste. Natürlich sahen wir auf unserer Fahrt immer mal wieder Kamelherden, doch auch Gazellen kreuzten unseren Weg. Kurz vor unserem Übernachtungsdorf (an dem auch die Dünen liegen) machte das Auto unseres Fahrers schlapp. Er übergab uns also an die Familie, bei der wir wohnen sollten und weiter ging‘s. Wir kamen wieder in einem kleinen Zeltdorf an, einem was touristischer und doch schlechter ausgestattet wirkt. Vor den Gers waren Kamele angeboten und wir hätten auch auf ihnen reiten können, lehnten aber dankend ab.

Nach dem Abendessen ging es dann los zur Düne, um den Sonnenuntergang von dort oben zu beobachten. Die Düne selber ist 180km lang, 400m hoch und 20km breit. Eine halbe Wüste also. Im Hintergrund waren die ganze Zeit hohe Berge und bei uns noch ein wenig grüne Vegetation. Singende Dünen heißen sie übrigens, da sie einen Ton abgeben, wenn der Wind darüber bläst. Das ganze hört sich an wie ein Flugzeug, sehr faszinierend. Es war super laut und wir konnten es uns beide nicht erklären, wie das funktioniert.

Diese Sanddüne hochzukommen war wahnsinnig anstrengend, ich dachte zwischendrin mehrfach meine Waden sterben. Also wirklich. Der Blick von oben machte aber wirklich komplett alles wett. Zehn mal wett. Es war unendlich schön, ich habe selten so etwas beeindruckendes gesehen. Und es war fast menschenleer. Wir teilen uns die Düne mit… im Schnitt fünf anderen Menschen? Es war super. Der Sonnenuntergang war dann auch ganz nett.

Zurück im Camp stellten wir fest, dass es deutlich rustikaler war als unser letztes. Die Dusche hatte kein Licht und keinen Wasserdruck (kurze Erinnerung: es ist nach Sonnenuntergang) und ein Waschbecken geschweige denn Seife gab es auch nicht. Unser Zelt hatte zunächst auch kein Licht, bis wild irgendwelche Kabel verbunden wurden. Licht ausschalten ging dann durch Kabel auseinanderreißen.


0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Avatar-Platzhalter

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert