17.02-22.02 / Tag 19-24, Gestrandet in Ranfurly

Alles anders als geplant, aber alles gut.
Zu Geoff & Noelas Farm kam ich im Endeffekt gar nicht, denn Noela bot mir an – als sie mich am Morgen aufsuchte – meine Sachen mit zu nehmen und mich dann direkt in Ranfurly abzusetzen, damit ich weiter trampen kann. Auf dem Weg musste ich ihr versprechen nicht an der Westküste zu trampen, ein Versprechen dass ich noch oft machen musste.
Also stand ich in Ranfurly am Wegesrand und wartete auf einen netten Menschen der Richtung Cromwell/Wanaka/was auch immer fuhr. Aufgepickt wurde ich von einer freundlichen Frau, Julie, die meinte sie führe nicht weit, aber könne mich in den nächsten Ort bringen. Ich dachte „besser als nichts“ und stieg ein. Als sie erfuhr, dass ich aus Deutschland bin meinte sie sie müsse mir unbedingt wen vorstellen, sie haben nämlich gerade ein deutsches Mädchen bei sich. Ich kam also mit zur Farm und lernte Sarah kennen. Da gab es dann plötzlich so viel zu tun, dass ich einfach mit in die Arbeit eingespannt wurde und so kam es, dass ich auf der Farm blieb. Abends nahm mich Julie mit zu sich nach Hause und am nächsten Tag wurde ich gefragt ob ich weiter trampen will, oder ob ich bei ihr bleibe. Da mir das Arbeiten auf der Farm ziemlich viel Spaß gemacht hat und es so ziemlich das ist was ich eh tun wollte, entschied ich mich natürlich da zu bleiben. Und seitdem hatte ich eine Menge wunderschöne Tage. Ich helfe bei so ziemlich allem mit was auf der Farm ansteht, Julie und Bob (ihr Sohn) sind ziemlich nette Gefährten und die Hunde sind natürlich wieder mal unglaublich süß. Genau wie Hausschaf Larry. Sarah brachten wir leider schon wenig später zum Flughafen in Dunedin, denn für sie geht es bald wieder nach Deutschland. Ja, statt nach Norden zu fahren nach Wanaka kam ich so wieder in den Süden nach Dunedin. In Dunedin selbst ging ich kurz in den Handyladen, denn ich hatte in Ranfurly absolut null Empfang und fragte mich ob das normal ist. Dort wurde ich dann aufgeklärt, dass mein Handy nicht mit deren System funktioniert und der einzige Weg das nicht nur in den großen Städten nutzen zu können ist ein neues Handy zu kaufen. Äh ja sicherlich. Blödmänner. Davor war ich bei der Ranfurly-Show, eine Show wo Farmleben, Horseshow und.. Boah mir fehlen gerade echt die passenden deutschen Worte. Ja ähm da wurde halt so Landwirtschaft vorgestellt und grundsätzlich hab ich größtenteils die Pferde gesehen (Springtunier) und da gibt’s halt ein paar Stände und ist so das größte Event hier. Am Abend ging es dann noch kurz zum Strand, total verlassen, wunderschön. Zwei Tage später waren wir auf einem Sheep-Sale und dann am Strand – Pinguine und Robben anschauen. Wir fanden sogar zwei Baby-Pinguine, die direkt vor unseren Füßen in ihrer Höhle lagen. MEGA süß. Jaja.. Ne Menge mega-süße Sachen. Larry gebe ich jetzt immer die Milch mit der Flasche – man könnte vor Niedlichkeit sterben 😀 Natürlich gibt es auch einige nicht so schöne Sachen zu sehen wie eine Menge verottende Schafe – Ja, Trockenheit ist immer noch ein Problem – aber die Arbeit hier macht Spaß und das gute überwiegt so ziemlich. Gestern war ich dann schon wieder auf einer Hochzeitsparty, eine Pre-Hochzeits-Make-Up-Party. Sehr sehr interessant. Dann hat es auch noch zum ersten Mal seit November wieder ordentlich geregnet, das nutzte ich natürlich erst mal um mit dem Truck stecken zu bleiben. Nein, es war nicht meine Schuld, Julie hatte ihn geparkt und fragte mich ob ich ihn zurück fahren könne, da sie das andere Auto mit dem aus dem Schlamm geretteten Schaf fuhr. .. Tja, gern hätte ich ihn zurück gefahren, aber er rührte sich keinen Zentimeter vorwärts. Hinter mir ein großes Schlammloch und ich ziemlich unsicher wie weit ich zurück fahren könne um Anlauf zu holen ohne im Matsch stecken zu bleiben. Wenig später kamen sie dann und retteten mich 😀 Heute nutzten wir die Wetterverhältnisse (wieder gut, aber alles schlammig von gestern) um mal schön zu driften, ein unglaublicher Spaß. Zudem ist Julie der Meinung ich müsste unbedingt einen Anhänger rückwärts einparken können, also bekam ich den am schwersten einzuparkenden Trailer und übte eine Weile vor mich hin. Wer sich jetzt fragt was ich so an Arbeit tue – von Schafe füttern, über Weiden treiben bis hin zu Schafe mit irgendwelchem öligen Zeug einreiben ist so ziemlich alles dabei.

Mittlerweile kenne ich auch schon so ziemlich die ganze Familie und Freunde und.. Joa ist ziemlich entspannt hier und ich muss mal schauen wie lang ich bleibe(n kann). Das Wetter ist natürlich weiterhin traumhaft, ich wäre gestern jagen gegangen wenn das Wetter nicht so schlecht gewesen wäre, ich lerne ne Menge, habe unglaublich viel Spaß.. Es geht mir wirklich wirklich gut, aber ich will nicht all ihr Internet (ist nur über’s Handy) aufbrauchen um Blog zu schreiben und meine ganzen Fotos hochzuladen, daher halte ich mich eher vom Internet fern (gibt so viele andere interessantere Sachen) und meine Fotos werden irgendwann anders folgen. Aber ich dachte bevor sich irgendwer Sorgen macht melde ich mich mal zwischendurch kurz, schildere wo ich bin und wie ich hier her kam und überhaupt.

Best wishes from Julie, she saw me writing.

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