10.05.15, Walnuss pflücken, Paradise, Farmarbeit & Lammy

Es gibt soo viel zu erzählen. In Wanaka war ich am Morgen noch einen kurzen Spaziergang machen.

Nach Wanaka ging es dann also erst einmal ins Queensberry Inn, Walnüsse sammeln. Dort lebte ich mit einer Familie (Tochter 6, Sohn 3 Jahre alt) zusammen und hatte eigentlich eine recht nette Zeit. Die Leute waren nett und die Kinder versüßten einem den Tag auch wenn sie oft Recht anstrengend waren. Millie konnte ich zwischendrin vom Fotografieren begeistern, sodass sie öfters mal mit meiner Kamera umherlief. Tagsüber sammelte ich stundenlang Walnüsse und bekam davon bräunlich gefärbte Hände. Wenn man bedenkt dass ich nicht so der große Walnussfan bin ist es doch überraschend, dass ich es da einige Tage ausgehalten habe. Irgendwann hatte ich aber genug, geht schließlich auf den Rücken und ist auch nicht sonderlich spannend. Also beschloss ich weiter zu reisen, Richtung Queenstown.

Auf dem Weg dorthin begann es zu schneien, das machte mir dann doch etwas Angst, schließlich wollte ich noch lange keinen Winter haben. Da in Neuseeland und Australien immer noch Osterferien waren war es recht schwer ein Hostel zu finden, jedoch landete ich am Ende in einer Logde mit recht schönem Ausblick über die Stadt. Nachdem mir Queenstown von so vielen Leuten empfohlen wurde musste auch ich feststellen: Das ist ein Ort nach meinem Geschmack. Ein Geschäft drängt sich neben das andere und es gibt einige Souvenirläden. Dennoch hat es einen gewissen Charme, mit engen Gassen, dem riesen See an dem es gelegen ist, dem besten Burgerladen Neuseelands (ja, der Burger war echt nicht schlecht) und der Sicht auf die verschneiten Berge.

Am nächsten Tag reiste ich allerdings schon wieder ab, um Glenorchy und Paradise zu sehen, Orte in denen große Teile der Herr der Ringe Filme gedreht wurden. Ich trampte von Queenstown nach Glenorchy mit einer Familie aus Sydney, stieg dort aus, sah mich etwas um und war dann recht schnell auf dem Weg nach Paradise (wo ich eigentlich nur wegen dem Namen hin wollte). Zehn Kilometer die Straße runter sammelte mich dann die selbe Familie wieder auf, da sie auch auf dem Weg nach Paradise waren 😀 Dort ist eigentlich so ziemlich gar nichts, aber die Landschaft war echt hübsch. Auf halben Weg zurück machten sie eine Pause und ich wechselte das Auto, nun wieder zurück nach Queenstown und dann woanders hin.

Am Stadtrand von Queenstown standen unglaublich viele Leute die trampen wollten und da ich recht weit draußen stand machte ich mir schon Sorgen, dass ich ewig warten müsste. Die Bushaltestelle an der ich stand war zwar ein schöner Punkt zum Anhalten, jedoch waren da halt noch die zehn anderen Leute an der Straße, ein Stück früher als ich. Nun ja. Nach Ewigkeiten warten hielt ein Reisebus vor mir an. .. Eine Weile passierte nichts, dann ging die Tür auf und der Fahrer fragte mich wo ich denn hin wolle. Ich erzählte ihm dass es in Richtung Cromwell ginge und hatte einen Reisebus für mich alleine. Keine unangenehme Art zu reisen 😀 In Cromwell angekommen dachte ich kurz drüber nach weiter nach Alexandra oder Ranfurly zu fahren (sehnte mich wohl nach bekannten Leuten), entschied mich dann aber dafür erst einmal eine Nacht dort zu bleiben da es langsam spät wurde und die Entfernungen dann doch nicht so gering sind. Nach dem ich ein Hostel gefunden hatte (wohl das teuerste bisher) machte ich einen Spaziergang durch die Stadt um das historische Stück Cromwells zu sehen. Das war tatsächlich hübsch, jedoch waren alle Geschäfte geschlossen und es war mittlerweile so dunkel dass ich kaum noch etwas sehen konnte. Nun ja, dumm gelaufen.

Am nächsten Tag (ich hatte Abends noch Julie kontaktiert) machte ich mich dann auf den Weg nach Ranfurly (mit Zwischenstopp in Alexandra um auch diesen Ort mal genauer besichtigt zu haben. Das coole an Alexandra ist die Uhr. Die haben nämlich so eine riesen Uhr auf dem Berg, so dass du von so ziemlich überall siehst wie spät es ist. Gefällt mir.


Auf dem Weg nach Ranfurly stand ich dann zuerst mit einer Katze und dann mit einem Hund an der Straße, was mich echt besorgt sein ließ ob wer stoppt um mich mitzunehmen, beides klappte aber ganz gut und die lieben Tiere ließ ich zur Überraschung der Fahrer da. Dass ich zu diesem Zeitpunkt nach Ranfurly kam war gar nicht schlecht, denn Bob fuhr über’s Wochenende weg, sodass ich Julie helfen konnte. Am selben Abend hatte ich noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Robin war, während ich durch die Gegend reiste, aus dem Krankenhaus weggelaufen, sodass er nun auf der Farm wohnte, was das Ganze nicht viel einfacher machte, da er quasi permanent Betreuung bracuhte. Alle waren wahnsinnig gestresst und Streit eigentlich der Alltag. Zudem lebten jetzt auch einige von Jess Kälbern und einige Schafe mehr hier. Ich machte einige lustige Fotos von mir beim Autofahren für ein schönes Werbevideo, fand ein Opossum im Schuppen, lernte wie man Traktor fährt und ließ halt das Farmleben so an mir vorbeiziehen.


Eine Weile später ging es dann Bob zum Flughafen in Christchurch bringen, da der für eine Hochzeit fünf Wochen nach Europa flog. Auf dem Weg zurück blieb ich dann bei Jess in Glenavy, um ihr beim Scheren auf ihrer Farm in Waimate zu helfen. Dort wohnte ich also eine Woche mit Jess, dem Scherer Tuck und einem anderen Mann der auf der Farm hilft zusammen. Das war eigentlich recht nett, auch wenn die Tage anstrengend waren mit acht Stunden scheren am Tag. Für mich gab es mal wieder einiges zu lernen und die Sonnenaufgänge waren jeden Morgen wieder toll, da die Landschaft dort einfach himmlisch ist. Größtenteils sortierte ich die frisch gescherte Wolle in Bauch, Gesicht und Hintern, wobei dann die Kacke aussortiert werden musste. Nicht der schönste Job, aber man gewöhnt sich recht schnell daran und nach dreihundert Schafen ist es dir dann auch egal ob du Schafskacke anfässt oder nicht, du kannst dir ja danach die Hände waschen. Ich kuschelte immer viel mit den Hunden, dem Huhn und einigen Schafen und so ließ sich das alles überstehen. Alle zwei Stunden gab es etwas zu Essen und abends um sieben fiel ich todmüde ins Bett.
Am Ende der Woche fand ich dann Lammy. Lammy war so ziemlich das allerkleinste und niedlichste Schaf auf der ganzen Farm. Ich beschloss also es mit nach Ranfurly zu nehmen, da ich es so bei mir hatte und es etwas mehr Gras bekommen konnte. Julie war ganz begeistert von der Idee (sie sammelt ja sonst immer die kleinen süßen Lämmer).

Auf dem Weg dorthin hielten wir in Oamaru weil Jess dort etwas zu erledigen hatte, sodass ich beschloss eine Stunde mit Lammy spazieren zu gehen. Wir liefen also die Hauptstraße lang und als es erschöpft war setzte ich mich mit ihm vor KFC, sodass es ein wenig Gras essen und sich ausruhen konnte, bis Jess kam. So war zumindest der Plan. Doch zwischendrin kam eine Frau, die alarmiert worden war, weil ein „halbtotes Schaf die Hauptstraße lang läuft“. Idioten. Wie sie selber feststellen musste ging es Lammy super, es war nur erschöpft vom ganzen laufen, etwas hungrig und eben winzig klein. Aber das ist ja nicht meine Schuld. Sie wartete also mit mir bis Jess wieder kam, damit nicht noch andere alarmierte Tierschützer stoppen. Lieb von ihr.
Nach diesem Shock mussten wir natürlich erst einmal etwas Nettes machen, sodass wir uns erst ein riesen Eis gönnten und dann bei den Moeraki Boulders anhielten. Die standen auf meiner Liste der Dinge die ich noch auf der Südinsel sehen wollte, besonders da ich damals, als ich mit 5/6 Jahren dort war, meinen Kuscheltierhund dort auf dem Parkplatz verlor. .. Da wir ein Lamm dabei hatten dachten wir uns es wäre doch eine tolle Idee ein Foto von dem Lamm auf den Boulders zu machen, die Blicke der Touristen waren herrlich. Wir, Lamm unter dem Arm, liefen übern Strand und zogen so ziemlich alle Blicke auf uns. Dann versuchte ich das Lamm auf dem Stein zu positionieren, was ziemlich kompliziert war, weil die Wellen immer kamen und ich nicht nass werden wollte. Schlussendlich schossen wir aber ein paar nette Fotos und machten uns dann wieder auf den Weg nach Ranfurly.

Dort gab es Schafe zu drenchen (… ja, wo ist mein deutsch geblieben?), Robin im Krankenhaus zu besuchen (den hatten wir wieder dorthin gebracht als Bob nach Christchurch musste weil er ja schlecht allein bleiben konnte) und noch ein paar andere random Jobs.

Nachdem meine externe Festplatte sich schon vor ein paar Wochen beschwerte dass sie voll ist und keine Backups mehr machen kann, kam dann mein Computer abends nun auch damit an (eigentlich ziemlich logisch wenn man weiß dass beides 500GB Speicherplatz hat, aber woher soll ich denn wissen wie groß mein Computer ist? 😀 ). Also machte ich mich auf die Suche nach einer neuen Festplatte und der Preisunterschied zwischen Neuseeland und Deutschland lässt mich doch staunen. Dass es günstiger ist eine in Deutschland zu kaufen und hierher zu senden als eine hier zu kaufen ist schon irgendwie absurd. Nun ja.

Das Wetter wurde übrigens wieder viel viel besser, es war nur dieser eine Tag in Queenstown mit Schnee, danach war immer okay bis ziemlich warm sogar. In Ranfurly gab es dann ein wenig viel Wind, einige Nächte hatte ich das Gefühl das Haus fliege gleich weg, aber wirklich kalt war es trotzdem nicht.

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